Zur Geschichte der Loge
„Zur Bundestreue“


Hört man den Begriff „Druide“, so denken viele Menschen zunächst an Miraculix und seine Zaubertränke. Oder an die tatsächlichen Priester der alten keltischen Religionen, von denen Cäsar berichtet.

Die heutigen Druiden, die in Logen organisiert sind, sind weder Wunderkräfte anstrebende Zauberer noch paganistisch geprägte Sinnsucher, obwohl die Mitglieder sich im Geiste an ein Idealbild der keltischen Druiden anlehnen. Diese waren nicht nur Priester, sonder auch Bewahrer und Mehrer des Wissens und der Erkenntnis, stets bemüht, in einer fast völlig schriftlosen Gesellschaft das Wissen weiterzugeben und zu erweitern.

Der Druiden-Orden wurde 1781 im Geiste der Aufklärung gegründet. An dieser Schwelle zur modernen Welt suchte man nach einem Sinnbild, das die Ideale der Mitglieder symbolisieren sollte, und fand dies in Gestalt der Druiden, denen das fortwährende Streben nach Erkenntnis zu eigen war. Es sollten im Rahmen einer freundschaftlichen Verbundenheit ohne die Einschränkungen durch Konfessionen oder Parteien die Ideale der Humanität, der Wohltätigkeit und der Toleranz vertreten und verbreitet werden.

Die Brüder der Lessing-Loge in Peine ermutigten im Frühjahr 1912 den Wolfenbütteler Kaufmann Karl Hoffmeister zu dem Versuch, in Wolfenbüttel eine Druiden-Loge zu gründen. Seine Bemühungen waren von Erfolg gekrönt: Am 27. Oktober 1912 kam es zur Gründung einer Loge. Man nannte sich Loge „Zur Bundestreue“, wobei die Erklärung, wie die Brüder zu diesem Namen kamen, heute unbekannt ist. Neun Gründungsmitglieder wurden mit einem feierlichen Akt in den Räumen der Loge „Heinrich der Löwe“ zu Braunschweig eingeführt. Die Loge „Heinrich der Löwe“ unterstützte in den Folgejahren die junge Loge als Mutterloge.

Knapp zwei Jahre später brach der 1. Weltkrieg aus. Sieben Brüder, die an dieser Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts nicht teilnehmen mussten, hielten den Logenbetrieb so gut es ging aufrecht. Nach allmählicher Überwindung der Folgen des Krieges und aufkommender Aufbruchstimmung erlebte die kleine Loge in den Jahren 1920-1921 mit der Einführung von achtzehn neuen Brüdern einen ersten Aufschwung.

Die optimistische Stimmung, die 1927 mit dem Kauf eines eigenen Logenhauses ihren Höhepunkt erreichte, wurde durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten jäh beendet. Jede Form von nicht-gleichgeschalteter Verbindung, noch dazu mit den ethischen Ansprüchen des Ordens, waren dem diktatorischen Regime suspekt und unerwünscht. Am 12. Mai 1934 musste sich die Loge auf Druck der Machthaber selbst auflösen. Doch die Bruderkette riss nicht, das Zusammengehörigkeitsgefühl war nicht zu erschüttern. Man traf sich weiterhin im Geheimen in kleinen Gruppen, obwohl das nicht gefahrlos war in dieser Zeit.

Am 22. April 1948 war es wieder so weit: die Loge wurde neu gegründet und das Logenleben nahm wieder Fahrt auf. Anlässlich des 50. Gründungsfestes 1962 und unter dem Eindruck der Teilung Deutschlands und des Kalten Krieges wurde von norwegischen und deutschen Brüdern spontan beschlossen, jährlich zu Weihnachten eine Tanne als Mahnung zum Frieden auf dem Stadtmarkt aufzustellen. Die Idee der Friedenstanne begeistert bis heute und das Tannenfest ist der Höhepunkt des Logenjahres. Im Jahr 2012 wurde parallel zum 100. Jubiläum auch die 50. Friedenstanne gefeiert. Obwohl die deutsche Teilung mittlerweile in die Geschichte eingegangen ist, wird die Tradition der Friedenstanne beibehalten – auch nach Überwindung der deutschen Teilung ist der Wunsch nach einem friedlichen und respektvollen Miteinander der Menschen in der ganzen Welt aktueller denn je.

Die Loge „Zur Bundestreue“ zählt heute 38 Brüder im Alter zwischen 40 und 97 Jahren, die sich immer donnerstags um 20:15 im Logenhaus am Antoinettenweg treffen.

Logenhaus 

Antoinettenweg 18
38302 Wolfenbüttel
Tel. 05331 /9450949

Vorsitzender 

Michael Emmler
Mobil: 0171-5893325
Mail: info[at]emmler.net

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Logenabend

wöchentlich, donnerstags
um 19:45 Uhr